Poetry Slam Begriffsdefinitionen: Das Wörterbuch der Slamily

„Ich will auch mal einen Slam schreiben“ – so oder so ähnlich hört und liest man es immer wieder. Die Reaktion von Slam-Poet*innen: Ein Augenrollen. Woran das liegt, und wie ihr die Begriffe richtig verwendet lesen Einsteiger*innen und Szene-Neulinge in unserer Poetry Slam Begriffsdefinition.

Mit der Zeit haben sich einige Begriffe und Definitionen in der Szene etabliert, die wir so selbstverständlich verwenden, dass wir oft schon gar nicht mehr merken, dass sonst keiner weiß, wovon wir reden.

Und, wie man in zahllosen Berichten der Lokalzeitungen sieht: schon das Grundvokabular stellt manche vor Herausforderungen. Hat da jemand einen Slam geschrieben? Gibt es eigentlich Slamer? Und warum rufen bei einem Literaturformat Leute aus dem Publikum →Heavy Metal, wenn jemand seinen Text vergessen hat?

 

Poetry Slam Definitionen und Vokabular

Wir haben da mal eine Liste des wichtigsten Slam-Vokabular genommen und sie nach bestem Gewissen definiert. Damit ihr bei eurem ersten Slam so tun könnt, als wüsstet ihr voll Bescheid.

Abstimmung, die

Macht einen →Slam zum Slam, sonst wäre es eine →Lesebühne. Kann durch Applaus, →Jury Tafeln, Chip-Abstimmung oder →Schinken-Applaus vorgenommen werden, Hauptsache die Entscheidung wird nicht von Literaturwissenschaftler*innen, sondern vom „unqualifizierten“ →Publikum getroffen – wir machen schließlich Populärkultur. Die A. wird in Deutschland tendenziell viel zu ernst genommen: →The points are not the point.

Bouting, das

Höchst professionelles Briefing der →Jury bei der →Abstimmung eines →Poetry Slams. Schlechte Bouter drücken einfach irgendwelchen Leuten Jurytafeln in die Hand. Gute Bouter erklären ihnen, dass sie sich nicht hochwerten sollen, welche Elemente einen guten →Text ausmachen und sich nicht vom →Publikum beeinflussen lassen sollen. Keiner weiß so wirklich, warum wir das so nennen. Klingt aber wichtig.

Eichhörnchen, das

Von Kirsten Fuchs vorgeschlagene alternative Bezeichnung zum →Opferlamm: Feature-Performance, die schließlich zum eichen der →Jury gedacht sei.

Erpressertext, der

Text zu einem herzanrührenden Mitleidsthema, in der Regel nicht aus eigener Erfahrung geschrieben. Der performenden Person wird bei der Nutzung des Begriffs unterstellt, dass Text und Thema nur deshalb gewählt wurden, um „Mitleidspunkte“ von der →Jury durch emotionale Erpressung zu bekommen.

Facebook, das

Phänomen der frühen Zweitausender, Zeit der Sozialisierung der frühen bis mittelfrühen →Slammer*innen, die einfach nicht davon wegkommen, seit →Myslam tot ist. Liebe →U20er, gewöhnt euch dran. Alle →Slam-Master*innen nutzen das. Vor allem bei der →Infomail. Sorry. Außerdem werden die meisten →Poetry Slams immer noch vor allem über Facebook geposted.

Gehörlosenapplaus

Alternative Methode zur →Abstimmung, bei der mit winkenden Händen Zustimmung gezeigt wird. Früher in der Schule nannte man es auch „melden“, nur mit mehr Bewegung. Wird entweder aus Inklusions-, Lärmschutz- oder Deutlichkeitsgründen verwendet. Wird in letzterem Fall von Manchen als kulturelle Aneignung abgelehnt.

„Heavy Metal“

Ausruf aus Publikum oder Backstage, wenn ein*e →Slammer*in den →Text vergisst bzw. einen Hänger hat. Ist liebevoll gemeint um die peinliche Stille zu überbrücken, die man braucht, um wieder die Fassung zu kriegen. Kommt angeblich von einer Verschleifung des genuschelten „helft mir mal“ eines Poeten, dem das sehr oft geschah. Siehe außerdem: Micha El-Goehre.

Highlander, der

Best-Of →Slam, bei dem die Gewinner*innen der vergangenen Saison gegeneinander antreten. Wird oft genutzt, um über die Nominierung für den →Näschi zu entscheiden.

Hippiesieg, der

Wenn nach mehreren (Applaus-)→Abstimmungen kein eindeutiger Sieg ermittelt werden kann, und die Moderation entschließt, einfach beide (oder alle drei) Finalist*innen gewinnen zu lassen. Hat meistens ebenso wenig relevante Auswirkungen wie ein Solosieg, denn: →The points are not the point.

Hochwerten, sich

Eine →Jury, die im Laufe des →Slams immer höhere Wertungen gibt, auch wenn die →Texte nicht zwingend im gleichen Maße besser geworden sind. Liegt meist an allgemeiner Begeisterung oder Alkoholkonsum.

Hype, der

Überbewertung und -Popularität, speziell als Aussage „der Hype ist vorbei.“ Bezieht sich darauf, dass irgendwann niemand mehr →Poetry Slams mag. Wurde das erste Mal vor ungefähr zehn Jahren prophezeit. Ist aber immer noch nicht eingetreten – zum Glück, sonst wüssten wir alle nichts mit unserer Zeit anzufangen und müssten sie wieder auf →Facebook verschwenden.

Infomail, die

Wird von →Slam-Master*innen meistens viel zu knapp vor dem →Slam an die Teilnehmenden verschickt und dann von diesen bis zur Ankunft am örtlichen (U-)Bahnhof ignoriert. Wurde früher tatsächlich per Mail verschickt, von →Arne Poeck vermutlich noch per Einschreiben. Heute passiert das in Gruppenchats auf →Facebook, irgendwo zwischen Bestätigungs-Daumen und nervigen Kommentaren.

Julia Engelmann

Ehemalige →Poetry Slammerin (wenn man die tatsächliche Auftrittszeit auf Slams zum Maßstab nimmt) und Wendepunkt in der Geschichte des deutschen →Poetry Slams. Wird auch zur Zeitrechnung verwendet, als „vor J.E.“ und „nach J.E.“. Siehe auch →Hype.

Jury, die

Zufällig aus dem →Publikum gewählte Personen, die in der →Abstimmung die →Texte der →Slammer*innen meist mit Wertungen von 1 bis 10 beurteilen. Vorsicht: Alles unter 5 wird konsequente Buh-Rufe zur Folge haben, wenn nicht vom Rest des →Publikums, dann von den anderen →Slammer*innen.

Lesebühne, die

Poetry Slam ohne →Abstimmung. Also einfach eine Handvoll Leute, die →Texte auf einer Bühne lesen oder performen. Klingt unspektakulär (deshalb kommt da auch immer so wenig →Publikum hin). Kann aber ganz schön sein (wenn man nicht immer die gleichen Leute da sehen würde). Nicht zu verwechseln mit Lesung – einer Solo-Lesung von einer*m Autor*in oder Poet*in.

Lucky Loser, der

Bei einem Gruppen- →Modus der Gesamtbeste nach den Gruppen-Sieger*innen. Soll das Problem eines guten →Textes in einer starken Gruppe mildern, führt aber meistens dazu, dass es der Nächstbeste aus der letzten Gruppe ist, wegen des →hochwerten.

Mädchenlyrik, die

Veralteter, abwertend gemeinter Begriff für →Slam-Poesie mit Hang zum →Erpressertext, Beziehungsthemen oder allgemeinem Mimimi. Zum Glück verzichten immer mehr Menschen auf diesen nicht mehr zeitgemäßen Begriff. Wir machen doch was mit Worten, da wird einem doch was Besseres einfallen. →Mimimilyrik zum Beispiel. Oder der Klassiker: Betroffenheitslyrik.

Mimimilyrik, die

Neologismus, den wir uns gerade als Ersatz für →Mädchenlyrik haben einfallen lassen. Sollte sich aber sofort durchsetzen.

Mitleidspunkte, die

Vermeintlich höher als angemessen ausfallende →Jury-Wertung für Leute, die entweder einen →Erpressertext gemacht oder aus anderen Gründen noch bemitleidenswerter sind als der Rest des Line-Ups.

Modus, der

Ablauf des →Slams, also nach welchem Rundensystem und mit welcher Abstimmung vorgegangen wird. Wird oft spontan entschieden, nachdem mal wieder jemand im Line-Up kurzfristig abgesagt hat. Zur Wahl stehen insbesondere:

  • 6-4-2: 6 Leute in der Vorrunde, 4 im Halbfinale, 2 im Finale
  • Alle-durch: 8 oder mehr am Stück in der Vorrunde, 2-3 im Finale
  • Doppelte Vorrunde: 3-5 in der Vorrunde, dann die gleichen 3-5 nochmal, dann 2 im Finale
  • One-on-One / Cup: Jeweils zwei gegeneinander. Die jeweiligen Sieger*innen im Finale gegeneinander.
  • 3er-Gruppe: 3 Gruppen á 3 Personen, Gruppen-Sieger*innen im 3er Finale (soll das Problem mit dem →Startplatz 1 abmildern)
  • 4-5: Abgewandelter 3er-Gruppe-Modus, Gruppen-Sieger*innen und →Lucky Looser im Finale (soll das Problem mit einer starken 3er-Gruppe abmildern)

Nicht zu verwechseln mit „im Modus sein“. Das hat irgendwas mit vermeintlicher Jugendsprache zu tun.

Myslam

Szeneübergreifende Online-Plattform der Frühzeit (vor →J.E.), auf der →Slam-Termine vor allem aus dem deutschsprachigen Raum veröffentlicht wurden und Teilnehmende ihre Teilnahme und Gewinne (!) zählten und kundtaten. Starb irgendwann aus, weil →Slam-Master*innen auch so genug Anfragen bekamen, und weil Plattformen Geld kosten, das nicht genug Leute zahlen wollten. Seit dem gibt es keine vergleichbare szeneübergreifende Plattform, außer wahrscheinlich →Facebook.

Näschi, der

Kurzform für National, was wiederum veraltet für die deutschsprachigen Meisterschaften im Poetry Slam steht, der eigentlich ein International ist (wegen Österreich, Schweiz, Luxemburg, Liechtenstein und Südtirol). Alternativ wird auch vom Ausrichtungsort gesprochen („fährst du nach Zürich?“ „Hast du schon eine Nominierung für Hannover“…), oder schriftlich ein Kapital SLAM2019 verwendet.

Opferlamm, das

Person bzw. →Text, der/die außerhalb des Wettbewerbs vor Beginn präsentiert wird. Dabei „opfert“ man sich dem noch nicht aufgewärmten →Publikum und macht sie bereit für den Wettbewerb. Man sagt auch (deutlich netter): FeatureFeatured Poet oder Sacrifice. Siehe auch: →Eichhörnchen.

Surmann-Poek-System, das

Verschachtelt-komplexes System, das bestimmt, welche →Slams zu den deutschsprachigen Meisterschaften (→Näschi) nominieren dürfen. Hierbei werden A- und B-Liste, Häufigkeit und Alter des Slams sowie der Zeitraum seit der letzten Nominierung einberechnet. Eigentlich versteht es niemand genau. Außer den Erfindern Volker Surmann (Slam-Verlagschef von Satyr) und Arne Poeck (vermutlich dienstältester aktiver →Slammer Deutschlands und Statistik-Crack, der wahrscheinlich alles irgendwann mal ausgerechnet hat).

Poetry Slam, der

Setzt sich zusammen aus Poetry (wer hätte es gedacht: Dichtung) und Slam (Wettbewerb). (Der Duden sagt übrigens, korrekte Schreibweisen sind „Poetry-Slam“ oder „Poetryslam“. Interessanterweise wird in der Szene aber die Englische Schreibweise „Poetry Slam“ am häufigsten benutzt. Weil wir die deutsche Sprache so lieben.)

Erfunden als Alternative zur klassischen →Lesung, bestehend aus einer Bühne, einem (offenen) Mikrofon, Publikums- →Abstimmung und drei Regeln (→Zeitlimit, nur eigene Texte und die →Requisitenregel). Ohne Abstimmung und zumindest zwei dieser Regeln ist es eigentlich kein Slam mehr, sondern eine →Lesebühne. Weil der Begriff „Slam“ sich aber so gut vermarktet, nehmen es manche Veranstalter da nicht so genau.

Vom Poetry Slam ausgehend haben sich andere Events entwickelt, die das Prinzip „eigene (kreative) Leistung“ und „Publikumsvoting“ auf andere Stile übertragen: Science Slam, Comedy Slam, Song Slam.

Und nein, ein „Slam“ ist nicht, was man bei der Veranstaltung vorträgt. Das ist der →Text. Einzige Person, die behaupten darf, „einen Slam geschrieben zu haben“: Nikita Gorbunov.

Poetry Slammer*in, der*die

Personen, die ihren →Text auf einem →Poetry Slam vortragen. Verkürzt auch Slammer bzw. Slammerin, alternativ auch Poet bzw. Poetin. Ein Slammer oder eine Slammerin ist man, sobald man mit einem eigenen Text regelkonform auf einer Slam-Bühne auftritt.

Das bedeutet zwei Dinge:

  1. Ein*e Poet*in ohne Auftritt auf →Poetry Slams ist kein*e Slammer*in. Man kann sich Dichter nennen oder Poetin. Aber erst die Live-Performance auf einem Slam macht einen zur*m Slammer*in. Deshalb bezeichnen manche Szeneinterne →Julia Engelmann zum Beispiel nicht als Slammerin – weil sie seit einiger Zeit nicht mehr auf Slams auftritt. Mit gleichem Recht kann man das natürlich von vielen anderen Menschen sagen.
  2. Der Begriff macht keinen Unterschied zwischen →Rookies und Profis. Man kann von „professionellen Slammer*innen“ reden, und in bestimmten Kontexten ist natürlich auch klar, dass man von Leuten redet, die das auch regelmäßig machen. Aber zumindest zur Zeit des Events sind alle Performenden auf der Bühne Poetry Slammer*innen.

Wichtig: Es wird mit Doppel-M geschrieben. Ein „Poetry Slamer“ ist einfach falsch. Dasselbe betrifft das Verb: slammen. Nicht slamen.

Publikum, das

Macht einen →Slam zum Slam, sonst wäre es eine →Lesebühne… Leute, die sich einen →Poetry Slam ansehen, und das oft auch noch mehrfach – →Slammer*innen sind oft fasziniert und gleichfalls irritiert von dieser Spezies, weil sie sich i.d.R. nicht vorstellen können, auf einem Slam zu sein und nicht aufzutreten.

Requisiten-Regel, die

Verbot von Requisiten und Kostümen beim →Poetry Slam. Wird speziell auch als Verbot von brennenden Hamstern oder toten Omas zur Illustrierung des eigenen →Textes bezeichnet. Ausnahmen sind das Medium, von dem der Text abgelesen wird. Das kann neben Papier, Buch oder Smartphone nach einstimmiger Meinung der Kiezpoeten auch eine →Textkatze sein. Kreative Regelbrüche wurden bespielsweise in Form des klassischen Penis-Witzes von Paul Weigl oder in Form der Textrolle von Lasse Samström vollzogen.

Rookie, der*die

Ein Begriff aus dem US-Sport, steht für Anfänger*innen. Wird nicht nur abwertend, sondern auch neutral für Leute verwendet, die noch relativ neu dabei sind. Ist inzwischen seltener zu hören, die Tendenz geht einfach zu Newcomer*in.

Schinken-Applaus, der

Variante der Applaus- →Abstimmung, wenn normaler Applaus nicht mehr präzise genug unterschieden werden kann und ein →Hippiesieg vermieden werden soll. Das →Publikum ruft hierbei, statt zu applaudieren, laut das Wort „Schinken“. Kann auch vegetarisch abgewandelt werden. (Mehr siehe: „Wettbewerb und Abstimmung“)

Slamily, die

Kofferwort aus →Slam und Family: Die Community der Slam-Szene, bestehend aus →Poetry Slammer*innen, →Slam Master*innen und Leuten, die eins von beidem längere Zeit gemacht haben und sich dem immer noch sehr verbunden fühlen. Oft eher subjektiv zugeordnet: So werden aus nicht wirklich definierbaren Gründen manche Menschen, die seit Jahren nicht mehr auf Slams waren implizit der Slamily zugeordnet, andere eher nicht (Vergleiche Marc-Uwe Kling und →Julia Engelmann).

Slam-Master*in, der*die

Ursprünglich: Person, die in Personalunion veranstaltet, booked, moderiert und Nachwuchsarbeit leistet. Sehr anderer Job als ein*e Slammer*in zu sein, wird aber oft verwechselt. Wie bei Schauspieler*innen, die in die Regie wechseln (siehe Til Schweiger). Volle Definition siehe Blog-Post über Slam-Master.

Slam-Papa*Mama, der*die

Mitglied der →Slamily, das eine*n oder mehrere →U20er (oder wahlweise auch ältere Menschen) zum Slam gebracht und die ersten Schritte begleitet hat. Gute Slam-Papis* Mamis lassen ihre Kinder natürlich flügge werden.

Slam-Poetry, die

Stilart, die  bei einem →Poetry Slam vorgetragen werden kann. Nicht muss, denn anders als in den USA, ist die stilistische Vielfalt bei einem Slam in Deutschland sehr divers. Als allgemeine Bezeichnung des Vorgetragenen gilt schlicht →Text.

Slam-Poetry ist hingegen eher definiert als ein lyrischer Text, der als →Spoken Word für den Vortrag bei einem →Poetry Slam gedacht ist, oft mit einer bestimmten Rhythmik. Nicht jeder Text auf einem (deutschen) Poetry Slam lässt sich also als Slam-Poesie bezeichnen.

Startplatz 1

Unbeliebtester Startplatz, egal in welchem →Modus, vor allem wegen des →hochwertens der verdammten →Jury. Da hilft auch das →Opferlamm nichts. Wird häufig als Grund für das eigene Scheitern herangezogen.

Text, der

Objekt, das bei einem Slam vorgetragen wird. Zu verwenden zum Beispiel in: „Ich habe einen neuen Text geschrieben.“ „Was für einen Text machst du heute?“, „Dein Text war unfassbar scheiße“ (Scherz, niemand sagt sowas. Dafür haben die meisten Leute viel zu viel Angst als Neider bezeichnet zu werden) etc. Das kann dann Lyrik, Prosa, lustig, ernst sein – Hauptsache, es ist selbst geschrieben.

Textkatze, die

Nach weiter Auslegung der →Requisitenregel erlaubtes Hilfsmittel auf der Bühne: Wenn man eine Katze rasieren und seinen Text auf ihr schreiben würde, müsste dies als erlaubte Ausnahme (Textmedium) gelten. Man sollte dann aber keinen Text über rasierte Katzen machen.

„The points are not the point“

Zitat des US-Slammaster Allan Wolf, das sich auf die Punktvergabe der →Jury und den Sieg eines →Poetry Slams bezieht. Wird oft in der Szene zitiert, wobei gerne der zweite Teil vergessen wird: „…the point is poetry“. Vermutlich, weil sich bei dem zweiten Teil des Zitats weniger Leute sicher sind als beim ersten.

U20er, der*die

Slammer*in unter 20 Jahre. Ursprünglich gedacht als Bezeichnung für die Leute die Teil der Nachwuchsförderung sind, auch →Rookies, aber seien wir ehrlich: Dafür haben sie die Alten schon ganz schön oft in Grund und Boden geslammt.

Zeitlimit, das

In Deutschland meist 5, 6 oder 7 Minuten-Begrenzung des Vortrags der →Poetry-Slammer*innen, zum Schutz des Publikum vor whacken →Texten. In den USA liegt das Z. meist bei 3 Minuten, aber deutsche Wörter sind so lang, dass die deutschsprachige Community sich gegen diese Limitierung der Ausdrucksfreiheit entschieden hat. Das Z. wird vielerorts als „gefühlte 6 Minuten“ „im Kopf gemessen“.


Der Autor erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Repräsentanz einer gesamten Szenemeinung – und natürlich ist nicht alles höchst-ernst gemeint. Lesebühnen sind zum Beispiel eigentlich ganz toll.